Weekender – Der KK-F Podcast | 011 | Sebastian Schartner --> OUT NOW !!!
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Die Schranz-Geschichte
Das Motto der Schranzfreunde lautet "ScHrAnZ RuLeZ" ... keine Frage!
Für alle Freunde der elektronischen Tanzmusik ist "Schranz" auch kein unbekannter Begriff, aber was genau ist Schranz? Also es ist dieser "harte" Techno, in ständigem 4/4 Takt mit leichten Hang zur Monotonie und viel viel Bass, der überwiegend von DJ'z wie CHRIS LIEBING, DJ RUSH, ADAM BEYER, LUKE SLATER und zum Beispiel DJanez wie GAYLE SAN und MONIKA KRUSE aufgelegt und produziert wird. Die genaue Bezeichnung würde lauten: "Progressive Detroit Techno" ... eine Art Underground, die nicht unbedingt jeder kennt.
Auch wenn Schranz häufig als "Unwort" niedergemacht wird, ist es meiner Meinung nach ein cooler Begriff diesen unseren Beat zu benennen. Sollen wir etwa immer "dieser harte" oder "progressive detroit" Techno sagen? ... ich meine nachdem sich "Techno" als allgemeiner Oberbegriff etabliert hat, zu dem sich auch ATB, BLANK & JONES und vielleicht sogar BLÜMCHEN zählen ist das wohl kaum noch der passende Name!
Als mich Louis nun fragte ob ich nen Text über die Entstehung des Wortes schreiben könnte, dacht ich mir: "Nichts leichter als das!!!" ... immerhin weiß fast jeder, dass mein persönlicher Favorit Chris Liebing diesen Begriff das erste Mal in den Mund genommen hat und er schon seit Ewigkeiten als der "Vater des Schranz" gilt. Also machte ich mich auf die Suche nach alten Berichten oder Definitionen und wie ich feststellen musste sind mittlerweile der Erfinder des Wortes sowie auch seine Mitstreiter gar nicht mehr so begeistert von der Popularisierung dieser speziellen Bezeichnung. Die Meinungen über Entstehung des Wortes und Charakteristika dieser Mucke gehen leider stark auseinander. Also wenn man mich fragt kann sich der Chris da schon was drauf einbilden, einem eigenen Musikstil einen Namen gegeben zu haben und wie unschwer zu erkennen ist, sind wir "Schranzfreunde" ebenfalls richtig froh darüber! DANKE HERR LIEBING!
Auch wenn du die "Taufe deines Kindes" jetzt vielleicht bereust, weil es sich eventuell nicht sehr "edel" oder "intellektuell" genug anhört.
Der Begriff "Schranz" kommt aus dem Süddeutschen oder sogar aus dem Schweizerischen und "Schränze" bedeutet in der Mundart "Riss". Als unser lieber Chris also vor ziemlich geraumer Zeit und zwar genau im Jahre 1995 im Frankfurter "Boy Record Store" die Art Techno gesucht hat, die "brettert", die "schreddert" und die "schranzt", war es doch vollkommen klar, dass er diese REISSENDE und treibende Mucke meint. Da war es raus ... der Name Schranz war so gut wie geboren, aber wie ging's nun weiter?
Nun ja ... 2 Jahre später, 1997 lud unser Liebing uns zu seiner Geburtstagsparty im OMEN unter dem Motto "Birthday Schranz" und die ersten 3 Releases seines Labels CLAU bekamen den schönen Titel "The Real Schranz Pt. 1-3".
Hört sich doch bis jetzt alles recht plausibel und einfach an ... aber die Gerüchteküche fing heftig an zu kochen und kuriose Geschichten kamen in aller Tekker Munde. So z.B. die Story (...oder vielleicht doch nur die echte Wahrheit???), Chris habe sich nicht des schon bestehenden Wortes im Duden bedient, sonder ganz gezielt ... oder auf Grund eines Versprechers ... unsern Wortschatz mit einer Kombination aus "schräger Tanz" erweitert. Auch nicht so abwegig wenn man bedenkt, dass der Tanzstil eines Schranzers wirklich ziemlich "schräg" ist. Bei dieser Version kommt ja sogar für uns noch das schmeichelnde Kompliment hinzu, wir seien "schräg", d.h. von der Masse abhebend ... nicht "normal", wie alle andern ... und das wiederum ist doch denk ich mal das Ziel aller, die nicht als langweilig abgestempelt werden wollen. Wir haben unsere eigene Szene -und nix kommerzielles- mit prächtigen Partymachern und korrekten Feierleutz und dem allgemeinen Bedürfnis sich zu dieser rauen, eckigen und aus monotonen, perkussiven, verzerrten Loops bestehenden Mucke zu bewegen.
Ob andere DJ'z, wie z.B. Altmeister SVEN VÄTH, eventuell neidisch sind weil ihnen kein cooles und von der Mehrheit der Anhänger akzeptiertes Synonym für diesen Style eingefallen ist, sei dahingestellt. Fest steht, dass Väth in einem Interview dies hier von sich gab:
"Was die Leute heute Schranz nennen, war früher Hardcore. Man braucht halt immer wieder neue Definitionen. [...] Da werden einige Jungs wie Rush und Konsorten, die halt harte Techno-Tracks produzieren, nun mit solchen Schlagworten konfrontiert, die irgendwelche Kiddies da im Druffkopp kreiert haben. "Schranz" ist einfach ein Unwort."
Wie bitteschön sollen WIR das denn jetzt verstehen??? Hm ... ist es wirklich ne Tatsache, dass es zwischen Schranz und Hardcore keinen hörbaren Unterschied gibt? Ich glaube da wird mir wohl jeder zustimmen, wenn ich sage, dass das auf gar keinen Fall richtig sein kann ... oder ist unser aller Gehör schon so geschädigt, dass sich alles gleich anhört? Oder sind wir sowieso alle so verwöhnt und manipuliert durch irgendwelche toxisch pharmazeutischen Mittelchen, dass wir uns mit "alten" Bezeichnungen nicht abgeben und unsern Stil einfach nur mal wieder in das Licht der Öffentlichkeit rücken wollten? Ich glaube auch das entspricht nicht der Wahrheit!!! Ein heftiger Vorwurf des "Pappas" auf Kosten unseres Chris' ... also bitte Herr Väth ... Partydrogen werden erstens noch lange nicht von jedem konsumiert ... und zweitens würd ich mir an deiner Stelle mal an die eigene Nase greifen!!! WIR haben nix einfach so kreiert ... UNSER Pappa hat uns -wenn man so will- einen "Vorschlag" zwecks Spezialisierung seiner Mucke gemacht, den wir dann nur kopfnickend angenommen und unter die Leute gebracht haben. Also lieber Sven ... was hast du dagegen?
Naja ... wie man jedenfalls sieht kann man die Geschichte des Schranz ziehen wie Gummi und es wird wohl ebenso unvermeidbar sein, dass sich euphorische Schranzer auch noch weiterhin atemberaubende Entstehungsgeschichten einfallen lassen, die das Ganze noch interessanter machen könnten.
Fakt ist, dass wir es Chris Liebing zu verdanken haben, dass wir uns "Schranzer" nennen dürfen! Wir sind stolz auf ihn und alle, die unsre kleine progressive Welt bereichern und sich uns anhängen, auch wenn sie sich mit dem Wort "Schranz" direkt nicht wirklich anfreunden können.
Im Grunde ist es ja NUR eine Benennung. Würden wir die Musik "Schokoladenpudding" nennen, hätte das überhaupt keine Änderung des Beat'z an sich oder unserer Einstellung zu dieser Mucke zur Folge.
Zum Schluss noch zwei Zitate von assoziations-blaster.de :
"Schranz ist die letzte Fluchtmöglichkeit der kranken Kinder. Aber lieber Hörschäden in verkappten Tanztempeln als steigende Krankenkassenbeiträge zur Unterstützung neuer Kliniken für akut Hirngeschädigte!"
"Schranz ist wie ein ständiges Klopfen gegen die Himmel- und Höllentür ... und was gibt es Nervigeres als diese Musik? Aber wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat, dann ist Schranz mehr als jede Musik!"
Naja ... wie schon gesagt ... egal was andere denken oder behaupten ... Schranz ist eine Lebenseinstellung!!!
In diesem Sinne ... ScHrAnZ RuLeZ
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Da sich in der letzten Zeit die Spekulationen über den Begriff "Schranz" häufen, möchte ich hier mein einziges und nicht von irgendwelchen Journalisten aus den Fingern gesogenes Statement abliefern!
Ja, es ist wahr, ich habe das Wort "Schranz" im Jahr 1994, zusammen mit einem Kumpel in einem Frankfurter Plattenladen in die Welt gesetzt.
Unwahr hingegen ist die Behauptung, dass ich mich davon nun distanziere oder gar "die Krise" kriege! Lediglich bekomme ich die Krise über diverse Diskussionen, die darüber entstehen.
Jeder, der das Wort "Schranz" benutzt, um seine musikalischen Vorlieben oder gar Lebensweise zu beschreiben, soll dieses tun, das finde ich vollkommen in Ordnung.
Grundsätzlich nenne ich das, was ich auflege und produziere, elektronische Musik, bzw. Techno. Wie jeder für sich dieses wiederum nennt, kann und möchte ich niemandem vorschreiben. Deshalb war der Titel von CLAU 04 auch "Call it what you want...".
Für mich persönlich ist Schranz, seit dem besagten Tag im Jahre 1994, eine Beschreibung für bestimmte Sounds und daran hat sich nichts geändert!
Natürlich hätte ich mir damals ein "schöneres" Wort einfallen lassen können, aber da habe ich ja noch nicht wissen können, wie populär es mal sein wird.
Im nächsten Elevator Magazin könnt Ihr ein ausführliches Interview lesen, indem es weitere Details zu erfahren gibt.
Hingegen berichtet ein anderes, deutsches Technomagazin in der aktuellen Ausgabe Unsinn (Skiurlaub fliegen?!?) über mich. Deren Redaktion war wohl ein wenig enttäuscht, dass ich nicht bereit war, ein weiteres Interview zu geben.
Danke, dass Ihr auf meiner Seite ( (This term was hidden for guests and not activated Users. To be able to read it you should register!) ) vorbeischaut, seit tolerant und bildet weiterhin Eure eigene Meinung.
Chris Liebing April 2002
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Das Wort Schranz bezeichnet in Deutschland eine Stilrichtung des Techno. Schranz ist eine harte, minimalistische und schnelle (ab 140 BPM) vorwiegend mit Geräuschen und maschinenähnlichen Klängen angereicherte Tanzmusik und zeichnet sich durch einen streng perkussiven und repetitiven Charakter aus. Der Begriff wurde ursprünglich Mitte der Neunziger Jahre von dem Frankfurter Produzenten und DJ Chris Liebing geformt, um den damals noch namenlosen Stil umschreiben zu können. Von dort aus verbreitete sich der Begriff, um mittlerweile populistisch Sammelbegriff für unterschiedlichste Musikstile, Lebensgefühl und Klamotten zu sein. Bekannte DJs und Produzenten: DJ Rush, Monika Kruse, Chris Liebing
Gespielt wird Schranz vorwiegend in Clubs. Die bekanntesten sind das (mittlerweile geschlossene) Stammheim in Kassel und das U60311 in Frankfurt am Main. Die Clubkultur ist oft durch Drogengebrauch, insbesondere Ecstasy, Speed und andere wachmachende Drogen, geprägt.
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